Die Teilnehmer der WISBA 2015/2016 vor ihrem Forschungsobjekt

Wisba Ergebnisse zum Bürohaus 2226 der Architekten Baumschlager-Eberle

WISBA ist die Wienerberger Sustainable Building Academy. Mit WISBA organisiert und finanziert Wienerberger ein Bildungsprogramm für Architektur- und Bauingenieurstudentinnen und -studenten, die an nachhaltigen Baulösungen interessiert sind, aus sechs Ländern in internationaler wie auch interdisziplinärer Kooperation mit 8 Professoren.

Der ultimative Baustoff für das innovative Projekt: Ziegel

Als Ausgangspunkt diente das Bürohaus 2226 der Architekten Baumschlager-Eberle. Besonderes Kennzeichen des innovativen Ziegelgebäudes ist dessen intelligentes Design, das ohne Heizung oder Klimaanlage das ganze Jahr über höchsten Komfort bietet. Wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist eine massive Ziegelhülle, die nicht nur ausgezeichnet dämmt, sondern mit ihrer Masse auch im Sommer angenehme Temperaturen gewährleistet.
 
Die Studenten bearbeiteten innerhalb eines Semesters zwei übergeordnete Fragestellungen, die beide unverzichtbar für ein nachhaltiges Gebäude sind, dessen Nutzungszeitraum von den Planern auf mehr als hundert Jahre ausgelegt ist. 1.) Ermöglicht das Konzept eines Gebäudes ohne Heizung und ohne Klimatisierung im Kontext des Klimawandels auch im Jahr 2050 höchsten Komfort als Arbeits- und Lebensraum? 2.) Funktioniert das Gebäudekonzept auch bei einer geänderten Nutzung – zum Beispiel als Wohnhaus? Neben der technischen Umsetzbarkeit waren ebenso ökonomische wie auch ökologische Aspekte für den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes zu berücksichtigen.

Bürohaus 2226

Das Bürohaus ohne Heizung und Klimaanlage

Bei der Analyse zur Zukunftstauglichkeit des Gebäudes im Kontext eines sich veränderten Klimas kamen die Studentinnen und Studenten zum Schluss, dass mithilfe einiger intelligenter Verbesserungen des Gebäudes wie einer Beschattung der großzügigen Fensterflächen, einer verbesserten Belüftung des Stiegenhauses, oder auch eine Erhöhung der Reflexion des Daches selbst bei einem sehr pessimistischen Klimaszenario höchster Wohnkomfort für das Jahr 2050 fast durchgehend erreicht werden kann.
 
Bei der Untersuchung inwiefern das innovative Gebäudekonzept auch für Wohnhäuser funktioniert wurden zunächst die Grundrisse des Gebäudes adaptiert, so dass mehrere Wohneinheiten pro Stockwerk darin untergebracht werden können. Aus Perspektive des Konzepts eines Gebäudes ohne Heizung und Klimaanlage bestand die Herausforderung vor allem in der deutlich reduzierten Möglichkeit wärmere und kühlere Luft im Gebäude zirkulieren zu lassen – zusätzlich zu den mit dem anderen Nutzungsmuster einhergehenden veränderten Wärmequellen. Für die wärmere Jahreszeit muss insbesondere bei der Verwendung als Wohnraum die Einschränkung bei der natürlichen Belüftung des Gebäudes berücksichtigt werden – eine wesentliche Form der Temperatursteuerung im Bürohaus 2226. In einem zweiten Schritt wurde unter Beibehaltung des Grundkonzepts ein neues Gebäude entworfen, das sich besonders an einem Einsatz als Wohnhaus orientiert. Die konsequente Berücksichtigung der Anforderungen eines solcherart intelligenten Gebäudes erlaubt es auch für geänderte Nutzungsformen ein Design zu entwickeln, das im Winter ohne Heizung und im Sommer ohne Klimaanlage nur mittels natürlicher Belüftung höchsten Komfortstandards entspricht.

Bürohaus 2226

Conclusio

Die Conclusio der Studentinnen und Studenten ist, dass integriertes Design und die enge Kooperation von Architekten und Bauingenieuren unverzichtbar für das innovative Konzept eines einfachen Gebäudes ist, welches dennoch die höchsten Anforderungen an Komfort und Energieeffizienz erfüllt. Unter diesen Umständen ist Bürohaus 2226 ein Vorbild für eine langfristig und umfassend nachhaltige Architektur.

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