Das Sonnenhaus

Grafik Querschnitt Sonnenhaus
Die Haustechnik basiert hauptsächlich auf der Nutzung solarer Energie.

Was ist ein Sonnenhaus?

Als Sonnenhäuser werden Niedrigenergie-Gebäude bezeichnet, deren Wärmebedarf für Raumheizung und Warmwasser zu mindestens 50% durch aktive Nutzung der Sonnenenergie (Solarthermie) erzeugt wird. Der restliche Energiebedarf für Heizung und Warm­wasser wird vorzugsweise mit erneuerbaren Ener­gieträgern wie Holz oder Pellets, abgedeckt. Trotz des im Vergleich zu Niedrigstenergie- Gebäuden höheren Heizwärmebedarfs, weist das Sonnenhaus durch die Nutzung solarer Energie deutlich niedrigere Werte für Primärenergiebedarf und CO2-Emissionen auf.

Wie wird ein Sonnenhaus gebaut und wie funktioniert es?

Ein Sonnenhaus ist ein Niedrigenergiehaus (Heiz­wärmebedarf HWB < 45 kWh/m2) mit großflächigen Kollektorflächen (ca 25-50m2), die südseitig am Dach oder an der Fassade angebracht sind. Die da­durch auch im Winter gewonnene Sonnenwärme wird in einem im Haus angeordneten Wassertank (ca. 4 – 10 m3) gespeichert. Damit kann dann das Sonnenhaus auch in sonnenlosen, kalten Zeiten über mehrere Tage oder Wochen beheizt werden. Im Unterschied zur Erzeugung von Warmwasser im Sommer werden Kollektoren zur Beheizung eines Hauses relativ steil aufgestellt, damit im Winter die Strahlung der niedrig stehenden Sonne möglichst senkrecht auf die Kollektoroberfläche auftrifft und so einen maximalen Energieertrag gewährleistet. Der erforderliche Restenergiebedarf fürs Heizen oder Warmwasser wird beispielsweise durch einen Pelletskessel oder Kaminofen, der neben der direk­ten Raumheizung bei Bedarf auch den Speicher auf­laden kann, abgedeckt. Ziegelwände und massive Decken tragen mit ihrer guten Wärmespeicherfähig­keit zur Energieeinsparung bei, vor allem kann auf künstliche Kühlung im Sommer verzichtet werden.
 

Vorteile eines Sonnenhauses

Besonderes Augenmerk wird beim Sonnenhauskon­zept auf die Verwendung erneuerbarer Energien für das Heizen und die Erwärmung von Brauchwasser gelegt. Da die Sonne keine Rechnung schickt, verur­sacht ein Sonnenhaus sehr geringe Heizkosten und spart viel Primärenergie wie Heizöl oder Gas. Darü­ber hinaus trägt ein Sonnenhaus zum Umweltschutz bei, da es extrem geringe CO2-Emissionen verur­sacht. Durch eine massive Bauweise ergibt sich auf natür­liche Weise ein angenehmes und behagliches Raumklima: warm im Winter und kühl im Sommer – ganz ohne energieintensive künstliche Klimatisierung. Ein Kaminofen oder ein Kachelofen der über wasserführende Leitungen an den Wasserspeicher angeschlossen wird so dass die Abwärme ebenfalls gespeichert werden kann, trägt zusätzlich zum Wohlbefinden bei. Im Übrigen wohnt man in einem Sonnenhaus wie wir seit Generationen gewohnt haben: die Bewohner entscheiden selbst, welche Räume etwas wärmer sein sollen oder ob sie frische Luft durch das Öffnen der Fenster oder durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung haben wollen.
 

Unterschiede eines Sonnenhauses zu anderen Bau- und Heizkonzepten

  • Hauptenergieträger ist die Sonne: über 50% der Energiekosten sind kostenlos und ohne CO2-Ausstoß.
  • Äußerst niedriger Primärenergiebedarf: Die Nutzung der Sonnenener-gie schont nicht nur die Umwelt, sondern ebenso die restlichen fossi-len Energien wie Erdöl, Erdgas oder Kohle.
  • Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen: krisensichere, saubere und erneuerbare Energie.
  • Umwelt und Klimaschutz: drastische Reduktion der CO2-Emissionen
  • Sehr geringe Heizkosten: die Sonne schickt keine Rechnung und erhöht die Preise nicht.
  • Höchste Behaglichkeit ohne Klimatisierung: ideale Kombination von Wärmedämmung und Speicherung in massiven Bauteilen, natürlich warm im Winter und kühl im Sommer
  • Individueller Benutzerkomfort:

Ob ein Holzkaminofen im Wohnzimmer, ein Pelletskessel oder eine Wärmepumpe – die Entscheidung kann nach persönlichen Vorlieben getroffen werden. Ebenso kann die Regulierung der Frischluftzufuhr wahlweise durch Öffnen der Fenster oder durch kontrollierte Wohnraumlüftung erfolgen.




 

Ökologische Bedeutung und Umweltauswirkung eines Sonnenhauses

Sonnenhäuser, also überwiegend solar beheizte Häuser, haben wegen des hohen solaren Deckungsgrades einen extrem geringen Primärenergiebedarf. Die Nutzung von Sonnenenergie ist die ökologischste Art der Beheizung von Gebäuden, da diese Energie im Gegensatz zu allen anderen Energieformen praktisch unendlich zur Verfügung steht und keine CO2-Emissionen erzeugt.

Wenn also solare Wärme auch für Heizwärme – und nicht nur für Warmwasser - verwendet wird, werden andere Energieressourcen geschont. Insbesondere hochwertige und knappe Energieformen wie elektrischer Strom oder fossile Energieträger können effizienter für andere Zwecke als für Heizwärme eingesetzt werden. Der österreichische Primärenergiebedarf steigt kontinuierlich an und wird immer mehr durch Energieimporte abgedeckt, das bedeutet, dass Österreich zunehmend von Energie-Importen abhängig ist. Gemäß der Studie „Energieautarkie für Österreich 2050“ könnte die optimal Nutzung der Sonnenwärme mehr Energie einsparen, als alle österreichische Donaukraftwerke jährlich erzeugen.
 
 

Mehrkosten für ein Sonnenhaus gegenüber einem Niedrigenergiehaus

Solaranlage (Kollektoren und Speicher inkl. Monta-ge): ca. € 700.- bis
€ 1.000.- je m2 Kollektorfläche (der höhere Preis je m2 ist bei kleineren Anlagen, der niedrigere Preis bei größeren Anlagen zu kalkulieren, da der Preis für Speicher und Zubehör nicht proportional zur Kollektorfläche steigt; abzgl. regional unterschiedlicher Förderungen). Einsparung von mindestens 50% der Energiekosten eines Niedrigenergiehauses für Heiz- und Warmwasserwärme (abhängig vom solaren Deckungsgrad).

 
 

 

INFOS zum Sonnenhaus:
Peter Stockreiter
Geschäftsführer
Initiative Sonnenhaus Österreich
Anastasius-Grün-Strasse 20,4020 Linz
Tel. 0043 664 602 444 130
Mail: peter.stockreiter@sonnenhaus.co.at

 

 

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